Brücken für Gomel

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Reise nach Gomel

Der Anfang

Bericht von Dr. Lippke:
"Die Busreise von Hannover nach Gomel dauert 27 bis 36 Stunden, abhängig von der Zeit, die für die Abfertigung an der weißrussischen Grenze von dem dortigen Personal gebraucht wird.Unsere Reise im Jahr 2006 hat natürlich 36 Stunden gedauert, aber dann konnten wir in unser Hotel ziehen.
Gegenüber dem Hotel befindet sich eine römisch-katholische Kirche. Der polnische Pfarrer lud uns ein, am Stadtrand direkt neben dem Schilddrüsenzentrum eine Baustelle zu besichtigen, auf der ein halbfertiges Haus und die Grundmauern eines zweiten Hauses zu sehen waren.Er erklärte uns, dass die Caritas Gomel hier ein Kinderdorf errichtet, bestehend aus einem Wirtschaftsgebäude, einem Schwesternhaus und fünf Gruppenfamilienhäuser für insgesamt 60 bis 75 behinderte bis schwerbehinderte Kinder, z.T. Waisen oder Sozialwaisen. Diese Kinder kommen behindert zur Welt auf Grund genetischer Schäden, die bei den Eltern und Großeltern durch die Strahlung des radioaktiven Fallout nach der Tschernobylkatastrophe entstanden sind.

Das Grundstück für dieses Kinderdorf hat die Stadt Gomel zur Verfügung gestellt. Die Baukosten muss die Caritas Gomel aufbringen und dafür werden viele Spender benötigt. Zum Schluss bat der Pfarrer uns, doch auch zu helfen.

Auf dem Besuchsprogramm stand auch die germanistische Fakultät der Universität und mehrere Schulen. Auch hier war zu erkennen, dass Mangel herrschte. Den Studenten fehlte deutsche Literatur. Sie baten uns auch um einen Grammatik-Duden und eine Schreibmaschine (wenn es geht-elektrisch) mit deutschen Buchstaben. In einer Schule wurden dringend Tafeln benötigt. Für den Sportunterricht in der Halle wurden z.T. selbst gebastelte Kleingeräte benutzt. Um die Außenanlagen pflegen zu können, müssten "Gartengeräte" angeschafft werden, die aber z.Z. in Gomel nicht zu kriegen waren.

In der Schule 14 in Gomel hatte man für die Gasteltern ein buntes Programm vorbereitet. In der Aula präsentierten uns die Schülerinnen und Schüler, was sie eigens für uns einstudiert hatten. Es gab einzelne Sängerinnen und Sänger sowie Gesangs- und Tanzgruppen. Auch junge Musiker mit Blasinstrumenten, Akkordeon und Klavier begeisterten die Zuhörer. Der absolute Höhepunkt für meine Frau, meinen Sohn und mich war ein 11-jähriges Mädchen mit einem Musikinstrument, das in Weißrussland Zimbaly heißt und in Deutschland unter dem Namen Hackbrett bekannt ist, vor allem in Süddeutschland, wo es in keiner Stub'n-Musi fehlt. Unsere Begeisterung war für die Schulleiterin so offensichtlich, dass sie uns am Ende des Programms ansprach und uns erklärte, dass Irina Morosowa eine hochbegabte Zimbalistin ist, die unbedingt gefördert werden muss. Am Ende des Gespräches kam dann die Frage, ob wir etwas für diese Förderung tun könnten."

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